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Gemeindebrief Mai

Mirjam und Aaron machten Mose Vorwürfe weil er...
Sie sagten auch: „Spricht der HERR etwa nur durch Mose?
Hat er nicht auch durch uns geredet?“
Mose schwieg dazu...                                                4. Mose 12, 1+2


Liebe Freunde und Geschwister,

in unserer alttestamentlichen Bibellese sind wir letzten Monat auf diese Stelle gestoßen,
wo Mirjam und Aaron Mose Vorwürfe machten, weil er eine ausländische Frau geheiratet hat.
Wie oft geht es uns genauso, dass eine Person aus unserem Umfeld eine Entscheidung trifft,
die nicht unserer Erwartung oder Vorstellung entspricht. Unsere Reaktion darauf ist oft ein
Wortschwall von Vorwürfen. Es fällt uns schwer Dinge stehen zu lassen.
Das musste König Salomo auch beobachtet haben, schreibt er doch in Sprüche 10,19 „Wo viele
Worte sind, da geht's ohne Sünde nicht ab; wer aber seine Lippen im Zaum hält, ist klug“.
Doch wenn wir die Bibelgeschichte genauer anschauen, waren es nicht die Vorwürfe gegen die
Frau an sich, sondern viel tiefer, dass die Geschwister etwas an Mose auszusetzen hatten.

Zwischenmenschliche Konflikte kommen häufig im Wortduell an die Oberfläche. Auch wir
Gläubige sind davon betroffen. Doch gerade unser Umgang mit anderen Menschen sollte anders
aussehen und von mehr Verständnis geprägt sein.
So wie Mose zu schweigen, fällt mir meistens schwer, heißt aber nicht, dass ich nicht daran
arbeite. Was helfen kann ist, dass wir versuchen hinter unsere eigentlichen Motive des
„Nörgelns“ zu schauen. Wo sitzt das Problem, wo drückt der Schmerz?
Da brauchen wir Hilfe von Gott. Jakobus,1, 5 ermutigt uns dazu, dass „Wenn wir an Weisheit
Mangel haben, Gott bitten sollen, der jedermann gern und ohne Vorwurf gibt; so wird sie ihm
gegeben werden.“

Wieder etwas, das wir von Gott lernen dürfen. Er gibt uns nicht nur was wir erbitten, sondern er
macht uns keine Vorwürfe, dass wir eigentlich schon weiter sein sollten in unseren
zwischenmenschlichen Beziehungen. Es lohnt sich erst mal langsamer zu machen, tief
durchatmen, gedanklich zu beten und es wie Mose zu machen: Er schwieg dazu. Auch Jesus
schwieg, als er verklagt wurde; es ist schwerer, aber besser als dem anderen seine Meinung
einfach vor den Latz zu knallen.
Eure Erfahrungen diesbezüglich am Arbeitsplatz, im familiären Umfeld oder gar in der Gemeinde
würden mich interessieren.

Seid gesegnet.
Eurer Martin
2019  Volksmission "Lebensquelle" Horb